Erfreuliches Spendenergebnis von Literatur im Nebel 2011 für die ORF "Nachbar in Not" Ostafrikahilfe: Euro 3.200,-
Literatur im Nebel bedankt sich bei allen Besuchern, bei der Zwettler Brauerei, bei Ilija Trojanow und beim Buchhandel Janetschek.










Hauptsponsoren von
Literatur im Nebel







Literatur im Nebel ist eine Kooperation der Stadtgemeide Heidenreichstein mit dem ORF





Literatur im Nebel wird
gefördert von






Nuruddin Farah




Am 21. und 22. Oktober 2011 wird der somalische Schriftsteller
Nuruddin Farah
bei "Literatur im Nebel" in Heidenreichstein zu Gast sein.

Nach Salman Rushdie, Amos Oz, dem vor kurzem verstorbenen Jorge Semprún, Margaret Atwood und Hans Magnus Enzensberger ist er der sechste Ehrengast dieses Literaturfestivals im nördlichen Waldviertel.

Nuruddin Farah ist einer der bedeutendsten Schriftsteller Afrikas. Der Großteil seines Werkes widmet sich dem Zerfall des Staates Somalia und dem Kampf seiner Einwohner um das nackte Überleben. Motive und Auswirkungen der Gewalt und Unterdrückung in all ihren Spielformen - insbesondere auch gegen die Frauen - beschreibt er akribisch und stellt dagegen Werte wie Freiheit, Unabhängigkeit und soziale Verantwortung.
Farah schildert das heutige Leben in Afrika eindringlich, packend und klarsichtig. Einerseits aus der Perspektive des Exilanten, der gebürtiger Somalier lebt seit vielen Jahren in der Diaspora, andererseits aber mit schriftstellerischen Mitteln, die seine Herkunft aufzeigen und mitten in das Herz Afrikas zielen.


"In den ersten Tagen nach der Flucht hat das Leben von Flüchtlingen etwas Gehetztes, da die Unermesslichkeit ihres Verlusts sie völlig unvorbereitet trifft. Zuerst beherrscht ihre Gedanken nur die Gnadenlosigkeit des Überlebens. Sie scharen sich zusammen, versammeln sich im Schatten eines Baums oder im Schein eines Lampenmasts, dem neuen Totempfahl ihrer Zusammengehörigkeit. Die Flüchtlinge ergehen sich in traurigen Erinnerungen. Sie wenden Millionen Arbeitsstunden Flüchtlingszeit für Introspektion und Selbstanalyse auf; dementsprechend fühlen sie sich am Ende des Tages depressiver als beim Erwachen. Flüchtling zu sein heißt lebensmüde zu sein. Wenden sich deshalb so viele religiösen Gedanken zu und grübeln über den Fluch nach, der sie und ihr Land heimgesucht hat? Später, in den kurzen Nachtstunden, geben viele in der Privatsphäre der Finsternis, in der ihnen nur die Schlaflosigkeit zuhört, sich selbst ihre geheimen Nöte und Ängste kund. Auf diese Art verarbeiten sie, was sie quasi unbewusst getan haben. Endlich begreifen sie, dass sie Kismayo, die Küstenstadt im Süden, als Somalis verlassen haben und in Mombasa als »Flüchtlinge« angekommen sind. Nur eine viertägige Seereise trennt sie physisch von Somalia, doch die Entfernung wächst, wenn sie in der Erinnerung durchmessen wird. Sie haben wohl, als sie Kismayo verließen und staatenlos in Kenia ankamen, die Brücken gesprengt, die sie mit ihrem Land verbanden."
Nuruddin Farah aus: Yesterday, Tomorrow; Stimmen aus der somalischen Diaspora, Suhrkamp Verlag, 2000

Biografie (PDF)

Werkverzeichnis (PDF)


Lesen Sie mehr über die aktuelle Lage in Somalia auf http://www.sueddeutsche.de/politik/hunger-in-somalia-un-schlagen-alarm-die-schlimmste-humanitaere-katastrophe-der-welt-1.1118874


Literatur im Nebel ist eine Kooperation der Stadtgemeinde Heidenreichstein mit dem ORF.

Der Kartenvorverkauf beginnt am 21. September 2011 in den Raiffeisenbanken NÖ und Wien und online auf www.oeticket.at.



Hunger in Ostafrika
Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht und zwölf Millionen Menschen, darunter viele Kinder, kämpfen ums nackte Überleben. ORF und "Nachbar in Not" bitten um Spenden für die hungernden und Not leidenden Menschen am Horn von Afrika. Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende hier oder bei Literatur im Nebel in Heidenreichstein.

"Notwendig ist nicht eine Politik des Mitleids, sondern eine der politischen Verantwortung. Die Hungernden Somalias und ihrer Nachbarländer haben ein Recht auf Anerkennung als Bürgerinnen und Bürger dieser Welt."
(Nuruddin Farah)